Wiederaufforstungsprojekt "Kyrill" weicht neuem Waldwiesen-Projekt im Schelder Wald

Nachdem im Januar 2007 der Orkan "Kyrill" über Mitteleuropa hinwegfegte und auch im Lahn-Dill-Kreis heftige Windwurfschäden anrichtete wurde durch Biologielehrer Rainer Seliger in Kooperation mit dem Forstamt Herborn ein Wiederaufforstungsprojekt initiiert. Rund 80.000 Jungbäume, vorrangig Eichen, wurden noch im selben Jahr in einer landesweit einzigartigen Aufforstungsaktion gepflanzt und seitdem jährlich von unseren Schülergruppen betreut und vom Beiwuchs in Form von Gräsern, Holunderbüschen und Ginster befreit.

Im Rahmen der Umsetzung der Naturschutzleitlinie für den hessischen Staatswald sollen nun auch die Flächen der Wiederaufforstungsaktion als sogenannte Kernfläche ausgewiesen werden. Diese Flächen sind dabei aus der Nutzung genommen und dienen ausschließlich dem Naturschutz, sodass die Arbeit auf der Eichenanpflanzung in diesem Jahr ein jähes Ende gefunden hat. Lediglich zur Anschauung konnte der Biologie-Grundkurs von Frau Marycz vor Ort beobachten, wie die damals gepflanzten Eichen mittlerweile in einem starken Konkurrenzkampf um die lebenswichtige Ressource Licht stehen. Es besteht aber weiterhin die Möglichkeit die natürliche Entwicklung der Fläche zu begleiten und auszuwerten.

Den Schülern wurde von den Mitarbeitern des Forstamtes um Forstwirtschaftsmeister Jens Müller das Konzept zu den Prozessschutzflächen sowie deren Bedeutung für den Naturschutz erläutert, gleichzeitig hat er den Schülern die Bedeutung der Produktion und Nutzung des nachwachsenden Rohstoffs Holz und dessen wirtschaftliche Bedeutung für zahlreiche heimische Firmen und Handwerksbetriebe im Holz verarbeitenden Gewerbe verdeutlicht.

Mit den jüngsten Vorhaben der Hessischen Landesregierung sollen demnächst rd. 500 Hektar des FFH-Gebiets Schelderwald als Kernflächen dienen, die unbeeinflusste Entwicklung der Waldbestände beobachten und von der Natur lernen sind hier das Ziel. Besonders Alt- und Totholz bewohnende Arten werden dadurch gefördert. Der Erhalt und die Verbesserung der Biodiversität sind ein Kennzeichen nachhaltiger Forstwirtschaft.

Der eigentliche Einsatzort für die Schülergruppen in der Projektwoche wurde daher in diesem Jahr in das Gebiet des Weiherbachs, unweit der Bushaltestelle Oberscheld-Herrnberg verlegt. Dort legten die Arbeitsgruppen den Grundstein für ein neu initiiertes Waldwiesen-Projekt (siehe Beitrag 2).

©2018 Text: J. Arnold (Forstamtsleiter) / T. Jung
Bilder: J. Müller (Forstwirtschaftsmeister) / K. Marycz / T. Jung

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